Aktuelles

Rundbrief Oktober 2026

Liebe Mitglieder des VEESO,

unsere letzte Mitgliederversammlung fand am 27. September 2025 in Görlitz statt und sicher warten Sie auf ein Lebenszeichen des Vorstands. Nach langer Suche haben wir einen geeigneten Termin für unsere nächste Versammlung gefunden. Die Wahl fiel auf Samstag, den 12. September 2026, und wir wollen uns wie in den zurückliegenden Jahren wieder in Görlitz treffen.

Wir würden uns freuen, wenn dieser Termin in Ihrem Kalender noch frei wäre und Sie die Reise nach Görlitz planen könnten. Am Sonntag, dem 13. September ist Tag des offenen Denkmals. Wir werden daher unser Treffen so gestalten, dass wir am 12. September nach einem gemeinsamen Abendessen um 18:00 Uhr die Mitgliederversammlung um 19:30 Uhr beginnen können. Um 22:00 Uhr treffen wir in der Peterskirche den Erbauer der Sonnenorgel Eugenio Casparini (1623-1706) und dessen Sohn Adam Horatio (1676-1745). Die beiden berichten aus ihrem bewegten Leben als Organisten und Orgelbauer in Oberitalien, Wien, Tirol und Schlesien, über den Bau und die weitere Geschichte der Sonnenorgel und verbinden das Schauspiel mit einem Konzert an diesem famosen Instrument. Die Einnahmen des Abends werden dem VEESO zugutekommen, die beiden Musiker verzichten auf ein Honorar.

Am Sonntag haben Sie dann Gelegenheit, die zahlreichen Denkmale zu besuchen, die unsere Stadt zu bieten hat. „Der wohl größte Schatz der Europastadt Görlitz/Zgorzelec ist ihr architektonischer Reichtum. Allein in Görlitz sind fast 4.000 Baudenkmale aus 500 Jahren europäischer Baugeschichte erlebbar“, so lesen wir im Internet. Für Ihren Aufenthalt bitten wir Sie, sich selbst um eine Übernachtungsmöglichkeit zu kümmern. Bei Bedarf sind wir Ihnen bei der Quartiersuche behilflich.

In Jerzmanki/Hermsdorf (8 km südöstlich von Görlitz) gibt es Entwicklungen, die so nicht erwartbar waren. Ich zitiere noch einmal aus dem Rundbrief vom März 2025:

Am 21. September 2024 hatten wir im Rahmen einer kleinen Exkursion die Orgel der katholischen Kirche in Jerzmanki, nur wenige Kilometer von Görlitz entfernt, vorgestellt. Es handelt sich um eines der wenigen erhaltenen Instrumente des Orgelbauers Heinrich Schlag und somit um eine Rarität. Als Baujahr wird 1880 angegeben. Die Orgel befindet sich in sehr desolatem Zustand, ist aber in ihrer Substanz nahezu komplett original erhalten. Wir hatten in Vorgesprächen mit Vertretern der Kirchengemeinde und der politischen Gemeinde den Eindruck gewonnen, dass wir wieder einmal ein Projekt in Angriff nehmen, das von den Verantwortlichen vor Ort gewollt und nach Kräften unterstützt wird. Wie Sie dem Protokoll der Mitgliederversammlung entnehmen können, wurden von der polnischen Denkmalpflege bereits 100.000 PLN für die Restaurierung der sichtbaren Teile der Orgel (Gehäuse, Spieltisch, Prospektpfeifen) zugesagt.

Inzwischen erfuhren wir von René Robert, der dort von Zeit zu Zeit die tridentinische (traditionelle) Messe besucht, dass das Kircheninnere inklusive Orgelgehäuse komplett restauriert wurde. Zur Erklärung: Jerzmanki gehört zum reichen Speckgürtel von Zgorzelec. Es gibt viele wohlhabende Bürger, die das Leben in Villen auf dem Lande dem in der Stadt vorziehen und wohl auch in der Lage sind, das Orgelprojekt zu unterstützen. Wir sind uns im Vorstand einig, dass wir kein erneutes Simmenau erleben wollen, uns aber gern dafür einsetzen, das Orgelwerk als solches fachgerecht zu sanieren. Ich habe mit Orgelbaumeister Rühle, der zurzeit an der Orgel in Lubań/Lauban arbeitet, verabredet, uns vor Ort noch einmal ein Bild zu machen, welchen Umfang die dringend notwendigen Arbeiten haben, um die Orgel in Jerzmanki wieder spielbar zu machen. Wir hoffen, bei der Mitgliederversammlung im September über Ergebnisse berichten zu können.

Die Eichler-Orgel in Lubań wurde ausgebaut, das Pfeifenwerk wird derzeit in der Moritzburger Werkstatt instandgesetzt. Die Finanzierung ist, nicht zuletzt durch einen Zuschuss des VEESO in Höhe von 7.000 €, gesichert.

Für die Reparatur der Orgel in der Schrotholzkirche Maciejów/Matzdorf (Filialkirche der evangelischen Gemeinde Kluczbork/Kreuzburg O.S.) konnten wir einen kleineren Betrag zur Verfügung stellen. Leider konnte bisher kein geeigneter Orgelbauer gefunden werden. Marta Kogut, eine sehr fähige Orgelbauerin aus Rybnik, der wir diese Arbeit gern übertragen hätten, ist dank der guten Auftragslage völlig ausgelastet.

Aus Kąty Bystrzyckie/Winkeldorf in der Grafschaft Glatz erfuhren wir von Joachim Straube, dass die Orgel ausgebaut sei und hoffentlich zeitnah wieder aufgebaut werden könne. Für dieses Projekt gehen erfreulicherweise immer wieder Spenden bei uns ein.

Erst vor kurzem wurde ich vom Vorstand der Erika-Simon-Stiftung gebeten, das Vorhaben der Restaurierung einer Schlag-&-Söhne-Orgel (II/P, 20 Register, Baujahr 1880) in Osiek/Ossig (ehem. Kreis Neumarkt) einzuschätzen. Es liegt ein Angebot des namhaften Orgelbauers Jan Drozdowicz aus Poznań vor - Gesamtkosten 540.000 zł. Die Gemeinde will die Restaurierung schrittweise durchführen, hat bisher 100.000 zł aus Eigenmitteln eingesetzt und einen Förderantrag an die Erika-Simon-Stiftung gestellt. Diese will bei erkennbaren Fortschritten jährlich bis zu 10.000 € beisteuern. Unser Vorstand wird prüfen, ob dies evtl. ein lohnendes VEESO-Projekt werden könnte.

Wir sind zurzeit noch dabei, im laufendenden Jahr ein weiteres Benefizkonzert für den VEESO an der Sonnenorgel zu organisieren. Dies wird voraussichtlich im Oktober stattfinden.

In der Hoffnung auf ein Wiedersehen im September grüße ich Sie herzlich
im Namen des Vorstands

Reinhard Seeliger

Liebe Mitglieder und Freunde des VEESO,

mit dieser Post erhalten Sie das Protokoll unserer diesjährigen Mitgliederversammlung, die am 18. September 2021 in Görlitz stattfand, und das neue Faltblatt des VEESO, das nun in Polnisch und Deutsch vorliegt. Ab sofort können auch unsere polnischen Freunde Mitgliedsbeiträge und Spenden an den VEESO überweisen – wir verfügen jetzt über ein Konto bei einer polnischen Bank.

Da sich die sächsische Corona-Inzidenz im September auf sehr niedrigem Stand bewegte, konnten wir alles, was für den 18. September geplant war, ungehindert durchführen.

Unser Orgelspaziergang am Vormittag begann in der Peterskirche. Dort steht die „Sonnenorgel“, die bei ihrer Vollendung durch den aus Sorau stammenden Eugenio Casparini im Jahre 1703 die größte und bedeutendste Orgel Schlesiens war. Die neue, in den Jahren 1997 bis 2006 von der Mathis Orgelbau AG im historischen Gehäuse erbaute Orgel verfügt über 91 Register auf 4 Manualen und Pedal. Der Einbau der drei neuesten Register (Groß-Untersatz 64', Untersatz 32' und Basso dolcissimo 16' im Pedal) war am 18. September gerade abgeschlossen, und so konnte ich diese noch vor ihrer offiziellen Einweihung mit Werken von César Frank und Max Reger bei der Präsentation vorstellen.

Die Dreifaltigkeitskirche beherbergt ein Orgelwerk, das noch Teile der 1873 von Friedrich Ladegast erbauten Orgel enthält. 1910 erfuhr die Orgel einige Veränderungen durch den Orgelbauer Röhle, der auch ein neues Gehäuse schuf. 1955 erstellte die Firma EULE/Bautzen ein neues Orgelwerk, bei dem das Gehäuse von 1910 und neun Ladegast-Register wiederverwendet wurden. Ein Traum des VEESO ist, diese Orgel auf den Originalzustand von 1873 zurückzuführen.

In den 1930er Jahre gab es in Görlitz 5 Orgeln der Schweidnitzer Firma Schlag & Söhne (Nikolaikirche, Lutherkirche, Frauenkirche, St. Jakobus und in der Synagoge). Alle diese Orgeln wurden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch neue Werke anderer Firmen ersetzt. Nur die Orgel der Synagoge blieb erhalten. Die Verwendung von Orgeln im Gottesdienst war in den Jahrzehnten um 1900 ein Kennzeichen liberaler jüdischer Gemeinden. In Görlitz besaß bereits die alte Synagoge in der Langenstraße eine Orgel. In die 1911 eingeweihte neue Synagoge wurde eine 18stimmige Synagogen-Orgel eingebaut. Nach der Schändung der Synagoge in der Pogromnacht 1938 fanden dort keine Gottesdienste mehr statt. Im Frühjahr 1939 wurde die jüdische Gemeinde gezwungen, das Gotteshaus unter dem geltenden Einheitswert an die Stadt Görlitz zu verkaufen. Zuvor bemühte sie sich, das Inventar zu veräußern. Das katholische Pfarramt Heilig Kreuz zeigte Interesse an der Orgel, um sie für die St.-Bonifatius-Kirche in Görlitz-Ost zu verwenden. Nachdem man sich auf einen Kaufpreis von 1.800 Reichsmark geeinigt hatte, wurde die Orgel wohl noch im April 1939 abgebaut und im Herbst desselben Jahres in St. Bonifatius wieder aufgestellt. Bis auf den heutigen Tag begleitet sie dort (Kościół św. Bonifacego in Zgorzelec) den Gottesdienst. Olivier Messiaen soll während der Zeit seiner Kriegsgefangenschaft in Görlitz auf der Orgel gespielt haben. Die 1911 erbaute Synagoge wurde in den letzten 30 Jahren aufwändig restauriert und erstrahlt nun wieder in voller Pracht. Da am 18. September eine Tagung in der Synagoge stattfand, konnten wir nur einen Blick zur Sängerempore, dem ehemaligen Standort der Orgel, werfen.

Die bedeutendste historische Orgel steht in der Stadthalle. Sie wurde 1910 erbaut und ist die letzte Orgel des berühmten Orgelbauers Wilhelm Sauer/ Frankfurt (Oder). Weltweit ist sie die einzige seiner großen Konzertsaalorgeln, die unverändert erhalten geblieben ist. Sie besitzt 71 Register auf 4 Manualen und Pedal und verfügt über ein pneumatisch angespieltes großes Fernwerk. Obwohl die Stadthalle seit 2005 geschlossen ist und zurzeit noch restauriert wird, wurde die Orgel im Vorfeld des Lausitz-Festivals technisch und klanglich instandgesetzt. Ich wiederholte für unsere Teilnehmer das Konzert, das ich eine Woche zuvor im Rahmen des Festivals gespielt hatte:

Max Reger (1873-1916)
Gloria und Benedictus op. 59, 8 und 9

Unter den Sammlungen an „freien Orgelstücken“ nehmen die 1901 entstandenen „12 Stücke op.59“ eine zentrale Stellung im Schaffen Regers ein. Die 1913 von Karl Straube veröffentlichte Registrieranweisung des Benedictus für die Sauer-Orgel der Leipziger Thomaskirche lässt sich an der Sauer-Orgel der Görlitzer Stadthalle kompromisslos umsetzen und vermittelt so einen authentischen Eindruck von Regers Klangvorstellung.

Marcel Dupré (1886-1971)
Prélude et Fugue en sol mineur op. 7, 3

Die 1917 uraufgeführten Präludien und Fugen op. 7 entstanden in Duprés Studienjahren und wurden von der Orgelwelt der damaligen Zeit für unspielbar gehalten. Das Handbuch Orgelmusik (Kassel 2002) berichtet: „Das dritte Werkpaar in g-Moll ist von der Freude am Motorischen inspiriert. Im Prélude verwebt sich ein ununterbrochen in Sechzehnteltriolen surrender Manualsatz mit einem choralartigen Thema in langen Notenwerten. Dieses Thema wird im Verlauf des Stücks harmonisiert und bis zur Achtstimmigkeit geführt - mit vier (!) Stimmen im Pedal. Die tänzerische Fuge im 6/8-Takt hat seit jeher eine besondere Popularität. Im zweiten Zwischenspiel der vorbildlich gesetzten Regelfuge erscheint das Choralthema des Präludiums im Pedal, wandert im dritten Zwischenspiel in den Sopran und ertönt schließlich triumphal in achtstimmigen, manualiter ausgeführten Akkorden, während im Pedal das Fugenthema anklingt. Nach einer Engführung des Themenkopfes in allen vier Stimmen und einem abwärts gerichteten Lauf durch vier Oktaven beenden drei mächtige Akkorde die mitreißende Komposition.“

Max Drischner (1891-1971)
Sonnenhymnus aus schlesischen Landen (Passacaglia E-Dur)

Bei der bildhaften Komposition „Sonnenhymnus aus schlesischen Landen“ von Max Drischner sieht man förmlich vor sich, wie aus dem zarten Frühnebel einer weiten Landschaft vorsichtig die ersten Strahlen hervorbrechen und sich dann der Sonnenaufgang als eindrucksvolle Naturvorstellung vollzieht.

Von der Stadthalle ging es über die Stadtbrücke zur St.-Bonifatius-Kirche, wo Marek Pilch die ehemalige Synagogen-Orgel zum Klingen brachte. Der Pfarrer der katholischen St.-Bonifatius-Kirche hatte in Vorbereitung auf unseren Besuch einen Orgelbauer kommen lassen, so dass auch diese Präsentation zu einem beeindruckenden Klangerlebnis wurde.

Viele Görlitzer hätten gern an unserem Orgelspaziergang teilgenommen, konnten den Termin aber nicht einrichten. Aufgrund der sich vor allem in Sachsen zuspitzenden Corona-Situation konnte eine Wiederholung bisher leider nicht stattfinden.

Am 14. Oktober trafen sich die Vorstandsmitglieder zur Orgelabnahme in Goworowice (Gauers). Die technischen und klanglichen Arbeiten waren termingerecht durch die Firma Jehmlich/Dresden fertiggestellt worden, so dass auch ein kleines internes Einweihungskonzert stattfinden konnte. Außer Marek Pilch, Marek Frąc, der sich vor Ort immer wieder um die Restaurierung gekümmert hatte, und mir ließen sich auch zwei junge Organisten hören, die in Gauers treu die Gottesdienste an der Orgel begleiten. Einige Sequenzen aus diesem Konzert werden demnächst auf unserer Homepage in Bild und Ton erlebbar sein. Eine CD-Aufnahme ist geplant. Die Restaurierung des Orgelprospekts dauert allerdings noch an, so dass sich die Orgel erst zur offiziellen Einweihung am 9. Juli 2022 auch optisch in aller Pracht offenbaren wird. An diesem Tag wird es ein Gemeindefest mit Gottesdienst und Konzert geben, zu dem Sie noch eine gesonderte Einladung erhalten werden. Bitte merken Sie den Termin vor.

Als Folge unserer Mitgliederversammlung in Görlitz konnten wir uns über vier Neueintritte freuen. Im zu Ende gehenden Jahr sind vier unserer Mitglieder verstorben: der langjährige Vorsitzende des VEESO Pfarrer Reinhard Hausmann, Wolfgang Großmann, Wolfgang Thust und Renate Lehmann. Wir wollen ihrer dankbar ehrend gedenken.

Im Rahmen unseres Forschungsprojekts wollen Marek Pilch und ich Anfang des neuen Jahres eine Besichtigungsexkursion durch Niederschlesien unternehmen, um zu ergründen, was von dem reichen Schaffen des Orgelbauers Carl Friedrich Ferdinand Buckow noch existent ist. Bisher kennen wir nur die beiden restaurierten Orgeln in Sohland und Nieder Seifersdorf sowie die restaurierungsbedürftige Orgel in der königlich preußischen Schinkel-Kirche zu Mysłakowice (Erdmannsdorf) im Hirschberger Tal. Die Orgel der Ev. Erlöserkirche Kunnerwitz bei Görlitz (erbaut 1914 durch die Firma Schuster/Zittau), die im nächsten Jahr instandgesetzt werden soll, enthält immerhin noch einige der ursprünglich 16 Register der Buckow-Orgel von 1839.

Das Jahr 2021 hat uns nicht nur Schönes beschert. Blicken wir voller Zuversicht nach vorn. Wir wünschen Ihnen allen ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes, gesundes neues Jahr.

Mit freundlichen Grüßen
im Namen des Vorstands

Ihr Reinhard Seeliger, Vorsitzender

In Gauers bei Neiße konnte die historische Orgel der Pfarrkirche gerettet werden

Übersetzung aus der Zeitung Nowa Trybuna Opolska vom 20.12.2021. Autor Krzysztof Strauchmann. Übersetzung Marek Schroer, Berlin.

Restauratoren gelang es, das Originalinstrument aus dem ländlichen Gotteshaus in Gauers vor einem weiteren Verfall zu retten. Die Orgel ist klein, aber von besonderem Wert und Interesse. Der Ort Gauers in der Gemeinde Kamnig zählt kaum 300 Einwohner, jedoch konnte die 120 Jahre alte Orgel der Pfarrkirche in dem kleinen Dorf dank internationaler Zusammenarbeit restauriert werden. Das Instrument wurde im Jahre 1903 von Anton Scholz, dem damaligen Besitzer des Landgutes in Gauers, gestiftet. Gebaut wurde die Orgel von der bekannten Firma Schlag und Söhne aus Schweidnitz. Über all die Jahre hinweg erlitt die Orgel keine Veränderungen und bewahrte ihren ursprünglichen Klang und ihr Aussehen. Leider konnte sie jedoch nicht den Holzwurmbefall und den zerstörerischen Einfluss der Zeit verhindern.

Im Jahre 2014 interessierte sich Alexander Scholz, ein Nachkomme des Stifters, für das Schicksal des Instrumentes. Auf polnischer Seite ergriff Dr. Marek Fronc die Initiative zur Rettung der Denkmalorgel. Dr. Fronc ist Musiker und Dozent am Lehrstuhl für Kirchenmusik an der Musikakademie zu Breslau und fühlt sich dem Ort Gauers aufgrund seiner Ehefrau verbunden.

Frühere Bewohner des Ortes konnten einen deutschen Verein (VEESO), der Projekte zur Erhaltung historischer Orgeln in Schlesien unterstützt und realisiert, für die Orgel interessieren. Der Verein wiederum erhielt eine Zuwendung zur Restaurierung der Orgel von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). Finanziell beteiligten sich zudem die Familie Scholz aus Deutschland, die seit sieben Jahren Gelder für dieses Projekt sammelt, die Mitglieder der Gemeinde Gauers sowie der Ortsvorsteherfonds des Dorfes.

Im Oktober konnte der Orgelbaubetrieb Jehmlich Orgelbau aus Dresden die Restaurierungsarbeiten an der Orgel abschließen, teilt Dr. Marek Fronc mit. Nach Abnahme des Instrumentes wurde extra ein Konzert veranstaltet.

Derzeit werden in der kleinen Pfarrkirche noch Restaurierungsarbeiten an dem Orgelschrank und dem Prospekt der Orgel durchgeführt, um das vollständige Dekor und die ursprüngliche Farbgebung wiederherzustellen. Die Restauratorin Wioletta Szydłowska möchte die Arbeiten im Frühjahr kommenden Jahres zum Abschluss bringen. Die Einweihung der Orgel ist für den 9. Juli 2022 geplant.

Anmerkung: Die Orgel wurde nicht von Anton Scholz gestiftet. Hauptgeldgeber war Dr. August Zedler (1827-1908), Rittergutsbesitzer auf Satteldorf.